Neurogenetische Erkrankungen

Neurogenetische Erkrankungen sind Erkrankungen mit einer monogenetischen Ursache, d.h.eine Mutation in einem Genabschnitt kann unter bestimmten Voraussetzungen zu einer klinischen Manifestation führen. Dabei handelt es ich meist um Mutationen der DNA im Zellkern. Davon abzugrenzen sind die sogenannten mitochondrialen Erkrankungen, bei denen zusätzlich Mutationen in der eigenständigen mitochondrialen DNA gefunden werden und die meist einen besonderen Erbgang aufweisen.

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Unabhängig davon weisen zahlreiche neurologische Krankheiten eine genetische Veranlagung auf, z.B. die Häufung der Migräne in einer Familie, ohne dass es sich dabei um eine genetische Erkrankung im eigentlichen Sinne handelt.

Durch die inzwischen vollständige Sequenzierung des menschlichen Genoms sind viele Erkrankungen genetisch klassifiziert worden und es werden ständig neue Mutationen gefunden die bestimmten Erkrankungen zugeordnet werden. Durch “new generation sequencing (NGS)” und Multi-Gen-Panel Diagnostik können auf zahlreiche Gene auf einmal untersucht werden. Dennoch hat sich herausgestellt, dass die genetische und klinische Zuordnung zueinander nicht so einfach ist, da gleiche Mutationen zu unterschiedlichen Krankheiten und gleiche Erkrankungen durch unterschiedliche Mutationen hervorgerufen werden können. Vor und nach einer genetischen Diagnostik ist neben einer humangenetischen Beratung deshalb auch immer eine sorgfältige klinischen Untersuchung des Ratsuchenden und ggf. seiner Familie erforderlich.

 

Weiterführende Links

Online Mendelian Inheritance in Men (OMIM)