Dystonien

Dystonien (z.B. Blepharospamus und Torticollis) sind Erkrankungen des zentralen Nervensystems, bei denen es zu einer unwillkürlichen Überaktivität bestimmter Muskelgruppen kommt. Dadurch entstehen langsame, verdrehte oder verkrampfte Bewegungen, die oft anhaltend sind und das normale Bewegungsmuster stören.

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Die im Erwachsenenalter typischen Dystonien betreffen vor allem die Nacken- und Halsmuskulatur – zervikale Dystonie (Torticollis, „Schiefhals“) – oder die Augenmuskulatur mit Blepharospasmus. Seltener sind Dystonien der Hand, etwa beim Schreiben (Schreibkrampf) oder Musizieren (Musikerdystonie). In jüngeren Jahren können auch genetische Varianten auftreten, die mehrere örperabschnitte oder den ganzen Körper betreffen. Begleitend kann es auch zu einem Tremor kommen, etwa zu einem „Ja-Ja“- oder „Nein-Nein“-Tremor des Kopfes oder einem Zittern der Hände.

Die Diagnose stützt sich meist auf eine gründliche neurologische Untersuchung. Weitere Verfahren wie MRT oder Laboruntersuchungen werden nur eingesetzt, wenn der Verlauf oder das Alter ungewöhnlich sind.

Als wichtigste Behandlung hat sich die Therapie mit Botulinum-Toxin (Botox) bewährt. Durch gezielte Injektionen in die betroffenen Muskeln wird die übermäßige Aktivität reduziert. Die Muskulatur entspannt sich, Fehlhaltungen lösen sich, Schmerzen lassen nach, und Bewegungen werden wieder flüssiger. Die Wirkung hält mehrere Monate an und kann individuell angepasst werden.

Diese Behandlung führen wir in unserer Praxis regelmäßig durch und kombinieren sie – je nach Bedarf – mit physiotherapeutischen Maßnahmen, Dehnübungen oder Entspannungstechniken, um die Muskulatur zusätzlich zu stabilisieren und den Behandlungserfolg langfristig zu unterstützen.

Podcast "Neurologie kurz erklärt" von Frau Dr. Young zu Dystonien auf Spotify oder Apple