Ataxien

Ataxien sind Erkrankungen des Kleinhirns und seiner Verbindungensbahnen zum Hirnstamm, Großhirn und Rückenmark. Die Beschwerden bestehen aus einer gestörten Koordination der Extremitätenbewegungen, der Augenbewegung und der Sprechmotorik. Die Bewegungen sind abgehackt und unkoordiniert, nicht mehr glatt und reibungslos.

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Eine Ataxie bezeichnet eine Störung der Bewegungsabstimmung und Koordination. Bewegungen, die sonst sicher und fließend verlaufen, werden unpräzise und verlieren an Treffsicherheit. Sie können zum Beispiel überschießen oder zu früh abbrechen. Oft zeigt sich ein unsicheres, breitbasiges Gangbild. Begleitend können Schwierigkeiten bei gezielten Handbewegungen auftreten, ebenso ein verwaschenes oder abgehacktes Sprechen. Auch die Augenbewegungen können betroffen sein, sodass das Fixieren von Gegenständen schwerfällt oder Doppelbilder entstehen.

Ataxien sind Erkrankungen des zentralen Nervensystems, meist eine Schädigung des Kleinhirns oder seiner Verbindungen zu anderen Hirnregionen und zum Rückenmark. Das Kleinhirn ist das zentrale Steuerorgan für Gleichgewicht, Haltung und die präzise Abstimmung von Bewegungen. Wenn seine Funktion beeinträchtigt ist, verliert der Körper die Fähigkeit, Bewegungen fein zu kontrollieren und aufeinander abzustimmen.

Die Auslöser einer Ataxie sind vielfältig. Manche Formen treten plötzlich auf – zum Beispiel nach einem Schlaganfall, durch Entzündungen, Tumorerkrankungen oder als Folge bestimmter Medikamente und Substanzen wie Alkohol oder Beruhigungsmittel. Auch Autoimmunerkrankungen, Stoffwechselstörungen oder ein Mangel an Vitamin E können die Funktion des Kleinhirns beeinträchtigen. Andere Formen entwickeln sich langsam und sind erblich
bedingt, etwa die Friedreich-Ataxie, verschiedene spinozerebelläre Ataxien (SCA), das CANVAS-Syndrom, episodische Ataxien oder das Fragile-X-assoziierte Tremor/Ataxie-Syndrom.

Für die Diagnosestellung führen wir eine ausführliche neurologische Untersuchung durch. Wir prüfen Gangbild, Gleichgewicht, Zielbewegungen und Sprechmotorik. Ergänzend kann eine Bildgebung (z. B. MRT) helfen, Veränderungen im Kleinhirn oder seinen Verbindungen zu erkennen. Je nach Verdacht werden Laboruntersuchungen, Vitaminbestimmungen oder genetische Tests ergänzt, um behandelbare oder erbliche Ursachen zu identifizieren.

Eine vollständige Heilung ist bei den meisten Ataxien derzeit nicht möglich. Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Wenn eine entzündliche, stoffwechselbedingte oder vitaminabhängige Ursache vorliegt, kann eine gezielte Therapie die Beschwerden deutlich bessern. Im Vordergrund steht, die Bewegungssicherheit und Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten, etwa durch Ergotherapie, Logopädie und Gleichgewichtstraining, die helfen, Koordination und Sprechfähigkeit möglichst lange zu stabilisieren.