Akutes Supinatorlogensyndrom

Eine 24-jährige Patientin stellte sich notfallmäßig in unserer Praxis wegen seit einer Woche bestehender Schwäche der Fingerstreckung an der linken Hand. Die Beschwerden hätten sich innerhalb weniger Tage entwickelt. Dazu wurden seit etwa 3 Wochen Schmerzen am proximalen Unterarm links berichtet. Die Studentin jobbte als Babysitterin und trug oft ein Kleinkind auf dem linken Unterarm.

ganglion

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In der neurologischen Untersuchung fand sich eine mittelgradige Schwäche der Fingerstrecker links sowie eine diskrete Schwäche der Handstrecker. Sensible Störungen oder ein Druck- oder Klopfschmerz fanden sich nicht.In der elektroneurographischen Untersuchung fand sich ein partieller Leitungsblock am proximalen Unterarm. In der Elektromyographie zeigte sich in den Fingerextensoren erwartungsgemäß keine pathologische Spontanaktivität und stellenweise eine erhöhte Entladungsfrequenz einzelner Potentiale motorischer Einheiten.

Somit wurde eine Schädigung des R. profundus N. radialis diagnostiziert und eine Druckläsion durch das häufige Tragen eines Kleinkindes auf dem linken Arm vermutet. Zur Ursachenforschung wurde eine Nervensonografie des N. radialis durchgeführt. Hier zeigte sich ein etwa 2,5 x 1,8 cm großes Ganglion ausgehend aus dem radioulnaren Gelenk, das den Ramus profundus des N. radialis komprimierte (siehe Abbildung).

Dieser Fall demonstriert die wesentliche Bedeutung einer bildgebenden Untersuchung bei der Diagnostik von peripheren Neuropathien. Ohne die sonografische Diagnostik wäre man von einer Druckläsion ausgegangen und hätte ein konservatives Vorgehen vorgeschlagen. Durch die Darstellung des Ganglions mit Nervenkompression wurde die Durchführung einer operativen Intervention empfohlen.

Die Kompression durch Ganglien kann an verschiedenen Stellen stattfinden. Am häufigsten ist der N. peronaeus am Fibulaköpfchen betroffen (in bis zu 18% der Fälle nach Visser et al. 2007). Auch können Ganglien den N. ulnaris im Sulcus oder am Handgelenk (Loge-de-Guyon), den N. tibialis im Tarsaltunnel als auch den N. medianus im Karpaltunnel schädigen. Daher sollte bei Kompressionsneuropathien immer eine bildgebende Untersuchung erfolgen.